00:00:00: Dann höre ich halt
00:00:01: auf.
00:00:02: So, diese Drohung hast du bestimmt schon einmal im Verein gehört?
00:00:06: Vielleicht ja sogar schon mal bei einer Vorstandssitzung.
00:00:09: Einer Hörerin zumindest ist das so passiert und dass es für uns also Zeit sich diesem Thema einmal anzunehmen!
00:00:16: Und damit herzlich willkommen zu einer neuen Episode im Vereinstrottigen Podcast.
00:00:20: und danke, dass Du wieder mit eingeschaltet hast.
00:00:22: und falls Du das erste Mal dabei bist klicke gerne auf abonnieren, damit wir uns nicht direkt wieder aus den Ohren verlieren.
00:00:29: Und wenn du unser Show die vor einiger Zeit gehört hast, dann weißt Du dass wir jetzt mit der Fahreinsverwaltungssoftware EasyFahren einen Werbepartner haben.
00:00:36: Deswegen sind die folgenden Sätze auch Werbung bzw.
00:00:39: Ein kurzer Werbeblock.
00:00:44: Uns und EasyFAHren verbindet nämlich dieselbe Mission.
00:00:47: Wir wollen nützliches Vereinswissen teilen und euch den Rücken für die wichtigen Dinge im Verein frei halten.
00:00:52: Passend dazu wird diese Folge von EasyFahrern unterstützt.
00:00:56: Wer die Plattform noch nicht kennt das ist eine Oralmon Software Die Euch im Vereinsalltag extrem viel Zeitspart.
00:01:02: Ihr könnt dort von der Mitgliederverwaltung über die interne Kommunikation bis hin zur Buchanug alles an einem zentralen Ort erledigen.
00:01:08: Praktisch genau die moderne Vereinsmanagementssoftware, die wir euch immer ans Herz legen!
00:01:13: Easy Verein liegt dabei.
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00:01:27: Wenn ihr mehr erfahren wollt klickt doch gerne unten auf den Link in den Schornos.
00:01:31: und jetzt Viel Spaß beim Hören und jede Menge neue Impulse für eure Vereinsarbeit.
00:01:37: Und damit sind wir auch am Ende des kurzen Werbebloks angelangt und legen los mit der heutigen Episode und deren Inhalt!
00:01:56: Ja, ihr müsst es einfach selber erfahren.
00:02:04: Also ich lese mal vor beziehungsweise der Kontext ist uns schrieb ein Vorstandsmitglied eines Sportvereins und die Situation dort eskalierte menschlich ziemlich stark.
00:02:13: Ich lese einmal paar Original-Zitate vor weil das Problem so ungeschminkt auf den Punkt gebracht werden kann und du gutes Gefühl für bekommst was da eigentlich los war.
00:02:24: In der Mail hieß es bzw in der Sitzung dann ja Bei uns treten extreme Differenzen in der Vorstandsarbeit auf.
00:02:32: Wir sind ohnehin zu wenige Leute, jeder hat eine andere Einstellung, eine andere Mentalität.
00:02:38: Jeder macht das was er kann und zu seinen Möglichkeiten, Bedingungen und Ansprechen.
00:02:45: Und das ist ein bisschen der Klassiker.
00:02:47: Martin siehst du das anders oder ist das völlig aus der Realität gegriffen hier?
00:02:52: Nö, offensichtlich ja nicht weil wir haben diese E-Mail bekommen.
00:02:56: Und das Schlimme ist ja, dass wir noch nicht alles.
00:02:59: Denn diese E-Mail schwingt ja auch Kernfragen mit, die man jetzt auch mal zusammen fassen kann.
00:03:06: Weil das sind so Sachen wie welche Punkte sollte man denn beachten um mit Unstimmigkeiten umzugehen?
00:03:12: Wie kann man den Spaß und das Voranbringen des Vereins an erste Stelle setzen und das Zwischenmenschliche dahinter?
00:03:19: geht das?
00:03:20: Und wo sind denn die Grenzen, die ich einem ehrenamtlichen eigentlich lassen muss?
00:03:24: Also ab wann mische ich mich denn ein.
00:03:27: Ab wann nicht mehr?
00:03:28: Wo soll ich dir halt die Grenze setzen?
00:03:30: und ist es auch okay zu sagen wie jemand etwas zum Beispiel machen soll.
00:03:37: Und dann gab's wirklich noch so einen emotionalen Tiefpunkt in der Mehr, der bei mir alle Alarmglocken schrillen lassen hat.
00:03:42: Vorschriften!
00:03:43: Und To-Do-Listen zum Arbeiten kommen beim Empfänger absolut negativ an.
00:03:48: Ich habe da tatsächlich keine Strategie.
00:03:50: Ich will niemanden mit den Füßen treten, aber anders herum steht immer die Drohung im Raum.
00:03:55: Wenn ich etwas anspreche könnte er hinschmeißen und bei mir selbst ist es so.
00:04:00: wenn ich von dem Männern noch einmal höre Mensch mach doch mal dann sage ich Können Sie das doch selbst machen?
00:04:06: Ja wow.
00:04:07: also erstmal danke für die brutale Offenheit unserer Hörer-und-Hörerin da draußen.
00:04:15: bevor wir das jetzt analysiert auseinander nehmen Lass uns doch einmal eine Sache klarstellen, Martin.
00:04:22: Das ist kein persönliches Versagen dieser Person die uns geschrieben hat oder auch einer anderen Person im Vorstand.
00:04:28: das ganz wichtig weil auch da vermuten wir zumindestens gibt es ein systemisches Problem Weil das gibt's in vielen deutschen Sportvereinen und ihr habt ja die Vorsitzung selber schon mal erlebt Da kommt das manchmal dazu Und es gibt auch Menschen die manchmal genauso handeln.
00:04:48: Wenn wir einmal drauf schauen, was ist eigentlich der fundamentale Unterschied zum Hauptberuf?
00:04:52: Dann ist das Folgender.
00:04:54: Im Job gibt es einen Gehalt, es gibt Arbeitsverträge und es gibt klare Hierarchien.
00:04:59: Wenn der Chef den To-do-Liste hinlegt dann mohst du vielleicht aber du arbeitest sie ab.
00:05:05: im Verein hält uns ausschließlich diese intrinsische Motivation die wir mitbringen also der Spaß an der Sache.
00:05:11: Der hält uns bei Laune und lässt uns Dinge bearbeiten, die man vielleicht Manchmal auch nicht unbedingt machen möchte, die aber dazu führen dass wir eben das große Ganze erreichen.
00:05:23: Aber wenn dieses zarte Pflänzchen dieser Spaß im Verein durch Frust und Druck platt getrampelt wird dann kollabiert das ganze System.
00:05:33: also Wir fühlen absolut mit dir Und genau deshalb rollen wir das heute mal in einer eigenen Folge vereinstrategisch auf und versuchen dir zu helfen.
00:05:43: Also fangen wir mal beim ersten Schwerpunkt Nummer eins an sogenannten Mentalitätsfalle.
00:05:49: In der Mail heißt es ja, jeder Handler nach seinen eigenen Möglichkeitenbedingungen ansprüchen.
00:05:54: Klingt ja eigentlich erstmal ganz nett und tolerant führt er in der Praxis aber zu einer ganz toxischen Schieflage Denn wenn Zeit Kompetenzen vor allem der persönliche Qualitätsanspruch im Vorstand extrem ungleich verteilt ist entstehen halt zwei Lager.
00:06:09: Auf der einen Seite gibt es diese Macher die das Gefühl haben den kann komplett allein zu ziehen und auf der anderen Seite sind die Vorsichtigen oder auch Zauderer genannt, die sich durch jede Strukturvorgabe irgendwie sofort ein bisschen gegängelt führen.
00:06:25: Und um das aufzulösen müssen wir verstehen dass im Vorstand unterschiedliche Persönlichkeitstypen aufeinander treffen.
00:06:30: Ich breche jetzt mal ganz pragmatisch auf drei Grundtypen herunter Die jeder aus seinem Verein kennt und sie beruhen auf dem Riemann-Toman Modell.
00:06:39: Da haben wir als erstes den Aktionstyp.
00:06:41: Das ist der Macher Der will anpacken, der will schnelle sichtbare Ergebnisse haben.
00:06:47: Für den ist auch der Erfolg messbar.
00:06:49: Wir haben das Fluglicht gebaut wir haben fünfzig neue Mitglieder gewonnen.
00:06:52: Das werden so Tücher aussahen die er tätigen würde.
00:06:55: Dann haben wir den Sachtyp Der liebt Listen Struktur Satzungen Rechtssicherheit Der will einfach ein Haken hinter Aufgaben setzen.
00:07:05: Und dann haben wir als dritten den Beziehungstypen.
00:07:08: Für denen ist Erfolg kein neues Vereinsheim sondern die Tatsache, dass die Stimmung beim Helferfest genial war oder das der Vorstand gemeinsam lachen kann und eine gute Zeit hat.
00:07:19: Das ist also sozusagen der soziale Kit für den Erfolg!
00:07:22: Wenn jetzt der Aktionstyp oder der Sachtyp – dem Beziehungstyp wiederum ne starre To-Do Liste hinknallt und sagt «Arbeite das mal ab», dann implodiert halt diese Zusammenarbeit weil die Welten einfach nicht zusammen passen und auch… ja... das ist halt schwierig zu lösen.
00:07:38: Genau da kommen wir ein bisschen zu dem Denkfleefähler, der in dieser Mail vergraben ist und denen wir vielleicht noch mal korrigieren müssen.
00:07:45: Es wurde gefragt wie kann man den Spaß und das Voranbringen des Vereins an die erste Stelle stellen und das Zwischenmenschliche erst dahinter?
00:07:52: Und meine Antwort darauf ist eine ganz klare Gegenhypothese!
00:07:56: Die Laute nämlich funktioniert nicht.
00:07:59: Du kannst das Zwischemenschliche im Ehrenamt nicht auf Platz zwei setzen.
00:08:02: Das Zwischmmenschliche IST das Fundament Die statische Basis deines Vereins.
00:08:08: Wenn es auf der menschlichen Ebene hakt, wenn kein Vertrauen da ist und keinen Respekt da ist dann wird es weder Spaß noch Vereinsfortschritt geben.
00:08:18: Du kannst also keinen Erfolg auf einem Fundament bauen was irgendwie nicht funktioniert Was vielleicht verbrannte Erde ist weil man sich überhaupt nicht leiden kann.
00:08:27: Wir müssen also zuerst diese zwischenmenschliche Ebene reparieren, damit der Verein und dann in dieser Vorstand überhaupt wieder fahrbereit ist und nach vorne blicken kann.
00:08:37: Ja genau!
00:08:38: Und da liegt einfach ein riesiger Hebe, einfach in der Psychologie des Ehrenamts.
00:08:42: Die Absenderin der E-Mail merkt ja selbst an das Vorschriften und To-Do-Listen beim Gegenüber total negativ ankommen.
00:08:48: Warum ist es so?
00:08:50: Da müssen wir nicht tief in die akademische Kiste greifen.
00:08:54: Genügend Blick auf die berühmte Selbstbestimmungstheorie, die öffnet schon wirklich Augen.
00:08:59: Denn diese besagt dass jeder Mensch drei psychologische Grundbedürfnisse hat um in Trin sich motiviert und glücklich zu sein.
00:09:05: Das ist einmal die Autonomie, die Kompetenz und die soziale Eingebundenheit.
00:09:10: Wenn du nun einem ehrenamtlichen Vorstandsmitglied eine detaillierte Vorschriftenliste hinnächst dann feuerst Du einen direkten Torpedo auf seinen Bedürfnissen nach Automini ab.
00:09:22: Derjenige fühlt sich kontrolliert bevormundet und im schlimmsten Fall in seiner Kompetenz auch angezweifelt.
00:09:27: So nach dem Motto, die glauben wohl ich bin zu doof dafür!
00:09:31: Das Ehrenamt lebt aber vom Gestalten nicht von Verwalten oder Befehlern.
00:09:36: Für mich persönlich ist zum Beispiel fehlende Autonomie einer der größten Triggerpunkte womit man sich wirklich auf die Peime bringen kann.
00:09:44: Und wie sieht jetzt der Wand in der Praxis aus?
00:09:46: Wir müssen weg von der genauso- und nur so muss es gemacht werden Aussage hin zu einer reinen Ergebnisorientierung.
00:09:54: Das bedeutet Leitblanken statt Mikromanagement.
00:09:57: Wir erklären im Vorstand also nicht mehr den genauen Weg, sondern wir vereinbaren gemeinsam das Ziel welches erreicht werden soll.
00:10:04: Schauen wir uns das jetzt mal an einem praktischen Beispiel an.
00:10:07: Zum Beispiel der Sommerfest steht an.
00:10:09: Statt dem zuständigen Vorstandsmitglied mit einer To-do Liste zu kommen und aufzuschreiben was alles genau zu machen ist wo er die Bratwürste kaufen muss setzen wie ihm Leit Blanken.
00:10:19: Wir definieren also seinen Handlungsrahmen.
00:10:22: Was ist das hier?
00:10:23: Sobald ich bin?
00:10:23: Sommerfest für zweihundert Personen am fünfzehnten August.
00:10:26: Wer ist ansprechbar?
00:10:28: Die Geschäftsstelle hilft bei den Einladungen Und wie viel Budget haben wir zur Verfügung?
00:10:33: Maximum ein tausendfunderte Euro.
00:10:35: Ob der Kollege die Würstchen nun beim Metzger A oder Metzga B kauft, ob die Blakate grün- oder blaugestell sind Das bleibt zu hundert Prozent in seiner Autonomie.
00:10:44: Da schafft Vertrauen statt Frustration an der Stelle
00:10:47: Absolut.
00:10:48: und wenn wir über Psychologie sprechen dann müssen wir eben auch über die Kehrseite reden die sich in der Mail durch den Satz ankündigt.
00:10:55: Wenn ich von den Männern noch einmal höre, dann können sie es selber
00:10:59: machen.".
00:11:00: Das ist das klassische Macher-Mehrtürer-Syndrom.
00:11:04: In fast jedem kriselnen Vorstand gibt es diese eine Person – meistens der Vorsitzende oder auch die Vorsitzenden – die achtzig Prozent der Arbeit stammt bzw denkt, Sie würde es tun!
00:11:16: Das heißt man opfert sich auf, arbeitet bis tief in die Nacht aber gleichzeitig baut sich innerlich eine riesige Bitterkeit auf.
00:11:23: Man wird dann häufig dünn.
00:11:24: heute, wenn man mal kritisiert wird strahlt diesen Frust unbewusst in jeder Sitzung aus und drängt damit auch andere Vorstände durch so ne lertente Vorwurfshaltung erst recht in Defensive und auch in die Passivität möglicherweise sogar aus nem Amt raus.
00:11:40: Der Weckruf für den Podcast lautet hier, wer aus Angst vor Qualitätsverlust alles an sich reißt der blockiert die Entwicklung der anderen.
00:11:50: Das ist die Lösung und zwar nennt sie sich kontrolliertes Loslassen.
00:11:55: Aufgaben müssen auch mal bewusst liegen gelassen werden.
00:11:58: wenn die Trikots für neue Saison nicht rechtzeitig bestellt werden weil der zuständige Kollege es verpeilt hat Dann darf der Vorsitzende oder die Vorsitzenden das nicht am Sonntagabend heimlich auffangen und eine Extra-Schicht einschieben.
00:12:12: Dann spielen die Mannschaften eben die ersten drei Spieltage noch in alten Trikots!
00:12:16: So, das klingt jetzt mal mega hart... Und du denkst dir bestimmt was erzählen die beiden eigentlich da?
00:12:21: Das können wir doch nicht machen.
00:12:22: Die Sponsoren werden sauer, die Diskussionen werden immer mehr Zeit fressen.
00:12:26: Was sind denn eigentlich wir für unprofessionelle
00:12:28: Deppen?!
00:12:29: Aber… Also alles erst mal richtig ne?
00:12:33: Erst wenn der Schmerz im System richtig groß ist, dann entsteht eine echte Veränderungshaltung.
00:12:40: Weil wer den Müll immer hinterhergetragen bekommt, er sorgt dafür dass sich niemand anderes mehr kümmert beziehungsweise das man das gar nicht machen muss.
00:12:49: Das heißt ihr merkt da Probleme auf für andere und das solltet ihr nicht tun.
00:12:55: Ja also das Macher-Mehrthürosyndrom muss ich ehrlich sagen, ist schon für mich jetzt definitiv ein Highlight das sich im Zuge unserer Recherche kennenlernen durfte.
00:13:01: Das kann ich vorher auch nicht.
00:13:02: Ich habe manchmal auch selber so ein bisschen den Haken genauso zu agieren Arbeiter.
00:13:05: aber daran dass ich natürlich auch besser werde.
00:13:08: Pascal weist mich da auch ganz gerne mal darauf hin wenn ich es einmal wieder übertreibe und das führt uns dann direkt auch zur Ehrenamtsmatrix.
00:13:16: Wir müssen die Illusion begraben, dass in modernen Ehrenamt alle die gleiche Einstellung und auch das gleiche Zeitbudget mitbringen.
00:13:24: Ein starker Vorstand führt immer asymmetrischen.
00:13:26: Wir haben den Visionär der Freiraum braucht, aber schnell ausbrennt.
00:13:29: Wir haben dem Verwalter der seiner Aufgaben super zuverlässig erlich, aber nach zwei Stunden Sitzung pünktlich feierabend machen will.
00:13:36: und wir haben den situativen Helfer, der kein festes Amt will, aber beim Event am Grill richtig gut glänzt.
00:13:43: Blutzt die Leute also dort wo die Stärken liegen anstatt von jedem das Gleiche zu verlangen?
00:13:48: Auf die unterschiedlichen Typen, die einem so im Ehrenamt begegnen können.
00:13:52: ja da gehen wir sehr bald in eine separaten Folge nochmal drauf ein!
00:13:57: Und jetzt kommen wir zum absoluten Kernstück dieser Episode und das ist diese Hinschmeißdrohung, die auch noch in der E-Mail drin war.
00:14:04: Dieser Satz aus der Mail also dieses immer die Drohungen.
00:14:07: wenn ich etwas anspreche dann könnte er hinschmaßen.
00:14:10: Das liebe Hörerinnen und Hörern ist es vom Phänomen der emotionalen Geiselhaft.
00:14:16: Warum funktioniert diese Drohung im Verein so verdammt gut?
00:14:20: Weil wir eben alle die nackte Panik haben.
00:14:23: Wenn der oder die jetzt den Stift fallen lässt Dann bricht die Abteilung zusammen, die Arbeit landet auf meinen sowieso schon überfüllten Schultern oder auf meinem Schreibtisch.
00:14:33: Das will ich nicht!
00:14:36: D.h.,
00:14:36: die Folge ist eine toxische Harmoniesucht.
00:14:39: Man schluckt berechtigte Kritik runter und spricht Probleme nicht mehr an nur um den Status quo irgendwie zu retten.
00:14:47: Der ein oder andere kennt dieses Gefühl flädt auch am Ende einer Beziehung wo man noch irgendwas retten will aber unterschwelligt sich das Gefühl einstellt es wird zu Ende gehen.
00:14:56: Und die bittere Wahrheit ist, ein Vorstand der aus Angst vor Rücktritten keine klaren Entscheidungen mehr trifft.
00:15:02: Der ist de facto bereits handlungsunfähig!
00:15:05: Diese latente Drohung blockiert euren Verein also schleichend genauso stark wie ein tatsächlicher Rücktritt.
00:15:12: Ihr gewinnt also nicht zu eurer Schweigen ihr verliert eigentlich nur Zeit und Nerven und solltet euch mit diesem Problem befassen und die Person auf den Pott setzen.
00:15:21: Ja und leider genau so ist es wie ich gerade beschreden.
00:15:23: und um diesen Toffeskreis durchbrechen müssen wir am ersten Schritt erst mal verstehen, was psychologisch hinter dieser Drohung steckt.
00:15:30: In neunzig Prozent der Fällen ist das nämlich gar keine böse Absicht oder kalkulierte Erpressung!
00:15:34: Die Drohungen, da mache ich eben gar nichts mehr, ist oft der letzte und verzweifelte Hilfeschrei eines völlig überlasteten Ehrenamtlichen, der sich unverstanden führt – oder nicht gewährtschätzt… Oder durch die vorhin erwähnten Dualisten in seiner Autonomie sich vielleicht auch bedroht fühlt.
00:15:54: Es ist also der maximale psychologische Gegenangriff, um die eigene Freiheit wieder zurückzuführen.
00:16:00: Und jetzt natürlich die entscheidende Frage – wie brechen wir denn diesen Zustand dann auf?
00:16:05: Wir haben dafür drei konkrete praxisnahe Strategien einmal für die nächste Vorstandssitzung mitgebracht!
00:16:12: Die Strategie Nummer eins ist den Raum öffnen und spiegeln.
00:16:16: Das nennen wir die empathische Konfrontation.
00:16:19: Geht nicht defensiv auf die Drohung ein sondern benennt die Emotion dahinter.
00:16:24: Wenn der Kollege blockt und sagt, sagst du halt Du.
00:16:28: Ich höre heraus dass dich das Thema gerade extrem frustriert und du am liebsten alles hinwerfen würdest.
00:16:34: Lass uns mal kurz die Sachfrage beiseite legen Wo drückt denn jetzt der Schuh eigentlich grade wirklich?
00:16:40: Fühlst du Dich im Stich gelassen oder von uns kontiniert?
00:16:44: Damit holst du in diesem Moment schon den Druck aus dem Kessel Und kommst auf die menschliche Ebene zurück anstelle auf das Sachthema bezogen zu
00:16:52: sein.
00:16:53: Genau, wenn das nicht hilft dann kommt Strategie Nummer zwei und zwar dieses Paradoxon auflösen und die Drohung entmachten.
00:17:00: Weil die Erpressbarkeit von euch als Vorstand die endet genau in dem Moment indem dieses angedrohte worst case-Szenario nicht mehr panisch abzuwenden versucht wird sondern es wird dann sachlich akzeptiert.
00:17:15: Das heißt du nimmst den bluff Wenn es ein Bluff ist einfach mal an.
00:17:20: Spielen wir das mal konkret im Rollenspiel durch.
00:17:23: Martin, du bist einmal der aufgebrachte Abteilungsleiter und derjenige deinem Vorstand sitzt... ...und der einfach mal droht wegen einer Budget-Diskussion
00:17:32: zurückzutreten.".
00:17:41: Ey, dann bin ich einfach mal morgen weg.
00:17:42: Dann könnt ihr auch ein ganzes Scheiß hier einfach mal alleine machen!
00:17:45: Sehr gut... Mensch Martin du machst seit Jahren so einen großartigen Job und ich finde es wirklich schade wenn du dich bei uns im Vorstand zurückziehen würdest um dich verlieren würden wollen wir nicht als Gesamtvorstand nochmal uns zusammensetzen.
00:17:59: Du weißt das.
00:18:00: Wir können gerade kein Geld ausgeben weil wir können nicht das Geld ausgehen was der Vereinlich hat.
00:18:05: Und wenn du die Grenze nicht siehst oder wenn die für dich bedeutet, dass du den Amt dann niederlegen musst.
00:18:11: Dann müssen wir deine Entscheidung akzeptieren und respektieren.
00:18:14: bitte!
00:18:15: Und das ist mir wichtig lass uns dem Fall aber bitte darüber sprechen wie wir deine Aufgaben ab morgen gut und geordnet übergeben können damit der Spielbetrieb der Jugend nicht leidet.
00:18:24: Ben merkt ihr was in dem Moment jetzt so passiert ist?
00:18:30: Der Ball liegt plötzlich wieder bei mir.
00:18:33: also dieser emotionale Erpressungsplöff fliegt auf, weil entweder habe ich jetzt zwei Möglichkeiten.
00:18:38: Ich kann jetzt zurück rudern, weil ich merke die Drohung zieht halt nicht mehr oder es entsteht und das ist der Idealfall endlich mal ein Raum für ein echtes sachliches Gespräch über diese sich krenzen, weil am Ende habe ich den Freiraum bekommen, den ich ja haben wollte obwohl ich ihn eigentlich gar nicht so richtig haben wollte.
00:18:57: also ihr versteht das Paradox an der Geschichte und das nimmt diese ganze Situation komplett anders oder stellt sie anders dar und damit könnt ihr ganz anders an der Stelle arbeiten.
00:19:05: So dieser blöfft oder dieses drauf eingehen das birgt natürlich ein gewisses risiko, dass sind wir uns auch bewusst.
00:19:11: Das solltest du also jetzt nicht bei jeder kleinsten Kontroverse im Vorstand ziehen, das ist ganz klar.
00:19:17: Wir haben noch eine dritte strategie mit dabei.
00:19:20: die dritte Strategie isst die Ehrenamtsampel also die strikte Trennung zwischen Rolle und Person Weil wir müssen im Vorstand immer eine Kultur etablieren, dass sachliche Kritik an der Ausführung einer Aufgabe nicht die Kritik in der Person ist oder auch eben die generelle Hilfsbereitschaft betrifft.
00:19:39: Ein gutes Beispiel für eine Feedback-Kultur ist wenn du mal guckst beziehungsweise vielleicht auch ein schlechtes Du solltest niemals sagen du hast dir Einladungen schon wieder zu spät verschickt.
00:19:52: auf dich ist einfach kein Verlass.
00:19:54: So, das ist irgendwie so ein kausaler Zusammenhang den wir hier bilden wollen.
00:19:57: aber es ist eine frontale Angriff die Person und führt direkt auch zu einer Drohung.
00:20:03: Und zwar ja dann mach ich's doch selber vom Littes lieber über die Rolle und über das gemeinsame Ziel.
00:20:10: also mir Horst Martin Viroma denkt dran.
00:20:15: Für die Rechtssicherheit unserer Mitgliederversammlung ist es super wichtig, dass sie die Einladung vier Wochen vorher herausgeht.
00:20:21: In deiner Rolle als Schriftführer bist du dafür verantwortlich!
00:20:25: Was brauchst Du von uns als Team damit wir diesen Zeitplan künftig sicher einhalten können?
00:20:30: Weil wir jetzt gerade möglicherweise ein Problem damit haben.
00:20:33: So
00:20:34: merkt ihr da gibt's einen Unterschied.
00:20:35: ich habe den Fokus auf die Rolle gelegt und den fokus die Lösung.
00:20:40: Ich hab nicht gesagt du dep warst zu spät Und das ist ganz viel wert.
00:20:45: Ja, ein ganz wichtiger Punkt den wir auch hier nicht unerwähnt lassen wollen ist natürlich der direkte Kausalzusammang zu unserem Schwerpunkt Nummer vier.
00:20:52: Den strukturellen Auswegen.
00:20:54: Wir haben das Thema projektorientiertes Arbeiten und die Gewinnung von Mitarbeitern oder Ehrenamtlern hier im Podcast ja schon in diversen Folgen rauf- und runter deklariert.
00:21:05: Aber für die höhere Frage von heute ist einer spekt entscheidend und deswegen müssen wir trotzdem noch einmal das ganze ansprechen.
00:21:12: Der akute Mangel an Arbeitskraft ist wirklich ein Brandbeschleuniger für diese Unstimmigkeiten.
00:21:17: Wenn zu wenige Leute im Vorstand sitzen, verteilt sich natürlich die Last auf zu wenigen Schultern.
00:21:22: Es führt zu chronische Überlastung.
00:21:25: Überlastungen führen zu extrem dünnen Nervenkostümen und in den Nerven-Kostümer lösen genau diese Erpressbarkeiten, diese Konflikte aus.
00:21:32: Der strukturelle Notausgang ist und bleibt deswegen das Zerschlagen von Stan am Struktur.
00:21:37: Wartet nicht darauf dass jemand Vorstand für die nächsten zwei Jahre wertende!
00:21:40: schneidet die Aufgaben in diese kleinen, verdaubaren Pakete zeitlich Begrenzprojekte als Stichwort.
00:21:47: Das senkt die Hemmstelle für neue Helfer massiv und entlastet den aktuellen Vorstand und nimmt schlagartig den Druck und die Aggressivität aus diesen Diskussionen
00:21:55: heraus.".
00:22:10: Erstens, das Zwischenmenschliche ist eigentlich das Fundament.
00:22:14: Das heißt versucht nicht den Vereinsvorschritt vor die menschliche Beziehung und die menschenliche Komponente zu stellen.
00:22:21: Wenn es im Team knirscht dann müsst ihr auch mal an den Tisch und die Erwartungen klären anstatt einfach To-Do Listen zu diktieren.
00:22:29: Punkt Nummer zwei Leitplanken setzen ist deutlich besser als Mikromanagement.
00:22:34: Heißt Ihr definiert gemeinsam das Ziel und das Budget Aber lasst den Ehrenamtlichen an sich, den Weg dorthin komplett selbst bestimmen.
00:22:43: Das stärkt das Autonomiebedürfnis und verhindert das Gefühl von Gängelung.
00:22:47: Natürlich dürft ihr auf dem Weg immer wieder miteinander sprechen und gucken während die Leitplanken und was ihr vorgehen habt auch eingehalten und braucht die Person noch irgendwo Hilfe.
00:22:58: Und drittens entmachtet die Rücktrittsdrohung wenn ihr mit ihr konfrontiert werdet.
00:23:03: Das heißt geht nicht in die Verteidigung oder in den Panikmodus über Weil da habt ihr ja gerade gehört, der bringt euch auch nicht weiter.
00:23:10: Stattdessen spiegelt eure Emotionen und zwar empathisch.
00:23:14: und was macht das mit euch?
00:23:16: Redet mit der Person.
00:23:18: möglicherweise ist es aber auch mal clever die Situation im Zweifel zu akzeptieren und das Worst Case-Szenario sachlich anzunehmen weil wer nicht mehr erpressbar ist der gewinnt seine Handlungsfähigkeit zurück Und wie wir es bei Martin schon gemacht hatten schiebt den Ball wieder zusammen gegenüber zurück.
00:23:36: Ja, dem habe ich eigentlich nie mehr viel hinzuzufügen.
00:23:39: Ihr lieben Vorstände da draußen schützt euch selbst, zieht Grenzen, vergesst nicht dass die Grenzer so sein sollte das auch ihr selber noch Spaß habt an den ganzen was ihr da tut.
00:23:49: und in dem Sinne bedanke mich ganz herzlich bzw.
00:23:51: bedankt wir uns ganz herzlich für die Hörerfrage denn es war für uns auch ein sehr spannendes Thema das mal so aufzuröseln und näher zu beleuchten.
00:23:59: falls du selber im Vorstand diese Probleme hast dann würde natürlich erst das Sinn machen diese Folge zu teilen, weil das ist ja keine Kritik an der Person selber wie wir es gelernt haben.
00:24:10: Sondern jetzt eine reine sachliche Information um die Vereinsarbeit weiterzu verbessern.
00:24:15: Wir haben schließlich nicht vor dass wir jetzt die nächste Vereinskrise vor euch auslösen wollen nur weil der Vorstand sich persönlich angegriffen fühlt wenn er die Folge weiter leitet.
00:24:23: Also schreibt ihm das bitte gerne dazu.
00:24:25: Es ist ein sachlicher Hinweis Genau, und falls ihr euch noch nicht so stritten habt oder den Podcast gelöscht habt, weil ihr denkt jetzt habt ihr uns auch noch den letzten Nerv geraubt.
00:24:34: Dann hören wir uns hoffentlich in zwei Wochen wieder zur nächsten regulären Folge und bis dahin sagen wir bleib engagiert!
00:24:39: Auch dauerhaft und bis zum nächsten Mal.